Des Kaisers neue Kleider

In einem alten Märchen wechselte ein Kaiser seine Kleider – eitel und selbstverliebt wie er war. Eines Tages lief er dann nackt durch sein Reich, überzeugt, er hätte das non-plus-ultra-Outfit.

Niemand aber sagte ihm, daß er entblößt sei,  alle bewunderten seine nicht vorhandenen Kleider.

Dank Forsa und den Wählern sieht es bei der SPD etwas anders aus und das Feedback auf den eben veranstalteten Erneuerungsparteitag fällt entsprechend aus: Das Projekt 18 ist voll in Gang und die Spezialdemokraten mittlerweile unter 20 % angelangt.

Es reicht eben nicht, nur neue Kleider anzuziehen, in diesem Fall das Führungspersonal auszuwechseln.

Statt Münterfering Größe S (small) hat sich die Partei nun Gabriel XXL angezogen. Statt Hubertus Heil XXL gibts nun Nahles -  fashionable and charming.

Ein gelungenes Face-Lifting, ja, vielleicht.  Mehr aber auch nicht.

Aufmerksamen Beobachtern der SPD-reloaded ist aber nicht entgangen, daß die SPD unter ihren Kleidern weiterhin inhaltlich nackt dahinwankt.

Es gibt bis heute keine inhaltliche Neubestimmung, allenfalls will man die Rente mit 67 modifizieren und etwas softer gestalten.  Zu Hartz 4 steht man irgendwie auch, wenn auch zähneknirschend. Und der selbsternannte Opppositionsführer und Ex-Kanzlerkandidat ist weiterhin virtueller Außenminister, sprich, er befindet sich im latenten Schockzustand und ist außen vor.

Zu den beginnenden Untaten der regierenden Schwarzgelben ist allenfalls leises Gemurre zu hören:

So iditotisch, wie es ist, Bildung in Kitas zu fördern und anschließend Eltern dafür zu bezahlen, daß sie diesen Kitas fernbleiben, wäre es eigentlich einfach, Stellung zu beziehen.

Mietern soll ein deutlich schlechteres Mietrecht (Kündigung auch für langjährige Mieter nach drei Monaten ) verpasst werden.

Die Hotel und Luxuslobby bekommt die Mehrwertsteuer nun 12% billiger.

Rentner bekommen Nullrunden.

Und der Etat des Außen-und Vetrteidigungsministers steigt um viele hundert Millionen, weil der Krieg in Afghanistan in noch größerem Umfang weitergeführt wird.

Aber:

Die SPD ist sprachlos, oder, um im Bild des „Kaisers mit den neuen Kleidern“ zu bleiben, nackt.

Das Absacken in der Wählergunst unter die 20% ist die Quittung.

Denn niemand lässt sich nach 12 Jahren SPD-Mitregierung nur zwei neue Gesichter vorsetzen, da muss eine glaubwürdige inhaltliche Erneuerung stattfinden.

Und diese ist links, sozial, antimilitaristisch und ökologisch zu gestalten.

Mauerfall, Trauerfall und Schweinegrippe

Einmal mehr zeigt sich am Beispiel  Robert Enke, wie perfekt die landesweite Inszenierung und Indokrinierung der Massen mittlerweile funktioniert.

Waren es bisher Prinzessinnen (Diana) oder Zombies (Reste von Michael Jackson), die in einem gigantischen Medienrummel zu Grabe getragen wurden, so reicht heute ein depressiver Selbstmörder aus , um einen erneuten Probelauf  zu veranstalten, wie schnell man die Massen auf Trab und in eine Richtung bringen kann.

Dabei war Robert Enke – gesellschaftlich und in seiner Bedeutung für die Menschheit gesehen, ein Nichts. Außer Bälle halten und eine Kleinfamilie ernähren war da nichts, was man anführen könnte, um Life-Übetragungen in der ARD und anderen Fernsehsendern zu rechtfertigen und die gedruckten Medien mit ellenlangen Schlagzeilen und Artikeln zuzukleistern.

Oder fällt Ihnen ein, mit was Robert Enke die Welt zum Besseren verändert hätte?

Er war einer der völlig überbezahlten Gladiatioren des Profifußballs, wie sie weltweit zu zehntausenden mittlerweile wochenends in die Stadien einziehen, beklatscht und ausgebuht, aber immer wohlhabend,  Symbole eines Sports, der Nationalismus transportiert und organisiert und es hundertausenden ermöglicht, DOITSCHLAND dumpf zu brüllen statt sich für eine bessere Zukunft und eine menschlichere Welt einzusetzen.  Daß er daran zerbrochen ist, tut mir leid, aber die Trauerhysterie verfolgt andere Zwecke.

Nicht nur der Zwang der letzten Wochen, Freude über den Mauerfall und das Ende des besseren Deutschlands, durch Politik und Medien verordnet und propagiert, empfinden zu müssen, muß jeden, der gelernt hat, einfachen Antworten zu misstrauen, bedenklich stimmen.

Auch der Trauerzwang, der prima direkt danach wie am Schnürchen funktioniert und erneut Millionen erreicht, ist – distanziert betrachtet – ein Albtraum.

Sicher – es sind – bedingt durch Mangel an Bildung und Ruhigstellung durch Ritalin, zunehmend weniger, die sich der medial verordneten Freude und Trauer entziehen (können), aber es ist zu fragen, wem nützt das Ganze?

Die Antwort darauf kann ich (noch) nicht geben, vermutlich aber liegt sie in der Ankündigung, deutlich mehr Soldaten nach Afghanistan zu schicken und deutlich mehr tote Jungs und Mädels zurück zu bekommen, ebenso wie in der Funktion solcher Kampagnen, von wahren Problemen effektiv abzulenken.

Und es ist für die, die hier die Macht in Wirtschaft, Politik und Medien innehaben, allemal beruhigend zu wissen, daß Mauerfall, Schweinegrippe und ein toter Torwart ausreichen, um die Leute von Fragen nach Umwelt, Krieg, Armut, Arbeit und Bildung etc. abzuhalten.

Fangen Sie an oder fahren Sie fort, Fragen zu stellen, wenn die nächste Kampagne anrollt…

Die Antworten werden zunehmend beunruhigend sein.

 

 

Angemessener Krieg?

Während von Winston Churchill das wahre Wort stammt, daß in einem Krieg die Wahrheit als Erste stirbt, drücken sich die deutschen Kriegsminister nach wie vor darum, den Krieg in Afghanistan als Krieg zu benennen.

Der vormalige Kriegsminister Jung laberte bis zum Schluß von der “ Bekämpfung eines bewaffneten Aufstands“ und drückte sich mit zusammengebissenen Zähnen nach langen Tagen Bedenkzeit einen halben Satz des Bedauerns über die Opfer des Tankwagenmassakers heraus.

Zur Belohnung für das jegliche Fehlen von Anstand und des Empfindens von Trauer wurde er Minister für Arbeit und Soziales.

Der jetzige Kriegsminister von und zu Guttenberg bezeichnet den Angriff auf Tankwagen und den damit verbunden 17-150 Opfern (je nach Quelle in der Anzahl differierend) als „angemessen“.

Stellt sich die Frage, wann die Tötung von Zivilisten (ohne jegliche Vorwarnung im Übrigen) unangemessen ist:

Ab welcher Anzahl, unter welchen Umständen ist die deutsche Regierung und deren Armee der Meinung, daß das Töten unangemessen wird?

Und welches Kriterium wird für Angemessenheit angelegt?

Ich entnehme der Homepage der Bundesregierung, daß Herr Jung Vater von drei Kindern ist. Und der Herr Guttenberg hat zwei Kinder.  Würden sie, wären sie und ihre Kinder von einem Luftangriff betroffen, auch noch von angemessen reden?

Sekundiert wird das Ganze von der F.D.P. – Diese fordert einen extra Gerichtshof für die Bundeswehr. Denn – laut FDP, kann ja nicht jeder Richter beurteilen, ob ein Blutbad, das gegen bewaffnete Aufständische angerichtet wird, angemessen ist.

Da brauchts dann schon ein Extra-Recht für die Bundeswehr, wahrscheinlich mit der Option, auch den Bundesgrenzschutz und die Polizei in einen geschützten Extra-Bereich  zu transferieren.

Schlußendlich hat der Herr Von und Zu noch den Einfall, daß man dem Volk „mehr Wahrheit zutrauen könne“ als bisher. Kein Witz. Originalzitat.

Bisher konnte man – so läßt sich daraus schließen, dem Volk keine oder wenig Wahrheit zutrauen. Anders gesagt… man log direkt oder sagte nur die halbe Wahrheit.

Schön, daß sich der Herr Guttenberg so direkt verplappert.

Wers noch nicht wusste,  weiß es nun: Die Bürger(innen) werden veräppelt.

Nun sagt er weiter, “ das sei in Afghanistan fast ein Krieg“. Die Wahrheit kommt also scheibchenweise.  Interessant ist nur der Zeitrahmen, der gesteckt wird, bis dem Volk endlich gesagt wird, was in Afghanistan durchgeführt wird:  Ein Krieg.

Vermutlich muss erst etwas völlig Unangemessenes geschehen, bis das zugegeben wird. Da brauchts noch mehr zivile Opfer und vor allem noch mehr tote Soldaten.

Bananenrepublik: Als die Mauer fiel….

Die einzige gelungene deutsche Revolution begann am 9.November 1989, so wird gebetsmühlenartig in Radio und Fernsehen berichtet. Und es wird nach den Erinnerungen gefragt.

Bon.  Hier sind meine Erinnerungen:

Was für ein Tag. Was für eine schöne Zeit!

Bereits am Morgen stand ich neben Helmut Kohl, unserem geliebten Anführer der deutschen Revolution und feuerte ihn an, die Mauer endlich einzureißen.  Kohl nahm einen großen Pickel, holte weit aus und traf die Mauer mit einem wuchtigen Schlag. Hinbrd-flagge-mit-bananeter der Mauer im Osten konnten wir bereits die geknechteten Menschen rufen hören: „Wir sind das Volk, wir wollen Bananen.“  Kohl hatte bereits mehrere Kartons wohlreifer Bananen mitgebracht und orderte angesichts der unterdrückten Massen weitere Lieferungen.

Gorbatschow war schon auf der anderen Mauerseite und trieb mit einem Vorschlaghammer einen riesigen Meisel in die verhasste Mauer.  Ich konnte das Unrechtsregime bereits wanken sehen.  Kohl und Gorbatschow sahen sich nun durch das Loch in der Mauer an, reichten sich die Hände und riefen: „Es ist vollbracht!“

Die unterdrückten Ossis brachen nun vollends durch die Mauer und stürzten sich auf die  Bananen. Lediglich die Stasispitzel blieben zurück und versuchten, die Beweise für das Verbrecherregime verschwinden zu lassen.

Aber unser Helmut ließ dies nicht zu. Mit vereinten Kräften wurden die Stasi-Spitzel vertrieben und Helmut begann sofort, die von ihm versprochenen blühenden Landschaften in der DE- DE- ER zu verwirklichen.  Während sich die geknechteten Ostdeutschen endlich das Menschenrecht auf Bananen sicherten, sickerten noch am gleichen Tag Manager und Adelige in die Ostzone ein und sicherten sich den Industrieschrott, den der Unrechtsstat angehäuft hatte sowie die verlotterten Ländereien, die den armen  Junkern von Honecker und Genossen geklaut worden waren.

War zwar wie die ganze DE- DE- ER nichts wert, aber was man hat das hat man.

Und am nächsten Tag wischte unser Helmut, unser Oberrevoluzzer, noch rasch das Recht auf Arbeit, das Recht auf Gleichberechtigung der Frau, das Recht auf eine eigene Wohnung, das Recht auf Kinderbetreuung, das Recht auf schulische Ausbildung für alle  sowie die antifaschistische Tradition des Verbrecherstaates vom Tisch.

Und so gelang die Revolution. Und wir haben unsere Bananenrepublik.

Nur unverbesserliche Linke glauben immer noch, dass das bessere Deutschland mit vom Tisch gewischt wurde.

Aber was solls. – Jetzt haben die Ossis ALDI, Bananen und Hartz 4.

Es geht ihnen jetzt einfach besser. Und die Revolution war einfach toll.

Nicht widersprechen, pssssst, könnte gefährlich werden, wo doch der Schäuble nicht nur alles volksgezählt hat, sondern auch noch das Internet kontrollieren darf.

Eine Gruselgeschichte

Und nun liebe Kinder, kommt Eure Stunde:

Von  einem der auszog, das

Gruseln zu lernenscream

In einer Stadt lebten einst zwei Brüder. Davon war der ältere gescheit und schlau und schickte sich nicht in alles, was die Regierung sagte. Galt es allerdings nützliche und wichtige Dinge zu tun, wie zu demonstrieren gegen den Sozialabbau oder etwa Unterschriften zu leisten gegen Kriege in aller Welt, Spenden zu sammeln für Kuba und Projekte in Nicaragua und gar sich zu weigern, allüberall seine Daten und alles über seine Persönlichkeit sammeln zu lassen, so musste der Ältere allemal dieses alleine ausrichten.

Hieß man ihn aber, auf den Friedhof, den Truppenübungsplatz, in die Kaserne oder an sonst einen schaurigen Ort zu gehen, so antwortete er wohl: »Ach nein, ich gehe nicht dahin, es gruselt mir!« Denn er befürchtete einiges. Oder wenn abends beim Feuer Geschichten erzählt wurden, wobei einem die Haut schauderte, von Ausländerhass und Naziterror oder auch von den Wahlergebnissen in Niederbayern oder Dresden, so erbleichte er wie die meisten anderen Zuhörer, und sie sprachen: »Ach, wie gruselt mir.«

Der jüngere aber – Michel hieß er – saß in der Ecke, hörte alles mit an und konnte es nicht begreifen:

»Wie macht ihr das nur,« fragte er die anderen, »daß es euch immer so schön gruselt?«

»Ei, das sollst du bald lernen,« antworteten diese und schickten ihn zu einer Parteiversammlung.

»Ei, von welcher Partei meint ihr denn,« fragte Michel? »Ach«, antworteten sie da, »geh nur zu einer der Parteien. Ob CSU oder Olivgrüne, das ist einerlei. Viel Unterschiede gibt es da längst nicht mehr.«

Michel aber, der ja ein Dummbart war, kam mit blitzenden Augen zurück und sprach: »Ihr seid mir rechte, pardon, ihr seid mir linke Lehrer, wollt mich das Gruseln lehren, und ich habe nur gelernt, wie das Totmachen so schön positiv ist.«

Und als er die zweifelnden Blicke der anderen sah, fügte er hastig hinzu: »Vorausgesetzt, man tut es für die Menschenrechte.«

Da sprachen die Leute um ihn  herum:

» Mit dem wird die Merkel einmal keine Last haben. «

Michel fand alles gut und hielt die Bundeswehr für eine Friedensbewegung, den Weltwährungsfond für eine Chance für die Armen der Welt, Herrn Obama für den Hüter der Freien Welt und Angela Merkels Frisur für das Allergeilste, das er je gesehen hatte. Und wenn Herr Ackermann auf 10% seines Gehaltes verzichtete und alle seine guten Manager mit, dann weinte Michel und machte sich Sorgen um die Zukunft derer Familien.

Und er freute sich sehr, wenn die Banker von Lehmann Brothers und der Hypo-Real-Estate-Bank einen saftigen Bonus einstrichen, denn schließlich hatten sie sich verzockt und brauchten dringend frisches Money.

Den Leuten aber gruselte es vor der Globalisierung und der Konzentration des Großkapitals und sie sprachen zu Michel: »Merkst Du nicht, wie die Welt sich in zwei Teile teilt, die reichen und die armen Leut’? «

Der ältere Bruder schüttelte besorgt den Kopf und sprach:

» Da hilft nur noch eine Reise nach Berlin zum Gruselkabinett von Angela Merkel und zur bayrischen Landesvertretung. «

Und so reiste Michel nach Berlin und da waren sie alle versammelt, die Merkel und der Seehofer, der Brüderle und der Rösler. Michel aber erstarrte vor Ehrfurcht und Bewunderung und das Gruseln wollte sich nicht so richtig einstellen, bis der Ältere ihn in die Schreckenskammer des Gruselkabinetts führte. Und da saßen sie nun, der Westerwelle und der Hadschi Halef Omar von und zu Guttenberg.

Michel wurde es nun doch etwas unbehaglich, denn da saß noch ein altes graues Männlein – Schäuble nannte es sich, weil das harmloser und niedlicher klang als Schäub -, das wollte unbedingt alle Bürger samt Fingerabdrücken, Kopfformen und Nasenprofilen in eine Kartei pressen.

Da kann einen das Gruseln schon ankommen.

Gerade in diesem Augenblick, als Michel schon die ersten Schauer den Rücken herunterlaufen spürte, begann Schäuble zu krächzen: »Der Datenschutz wurde sowieso schon lange übertrieben. Das Internet ist ein Netz in dem uns die die bösen Buben ins Netz gehen werden. Wir brauchen das doch alles für die Staatssicherheit – die Sicherheit des Staates meine ich natürlich.«

Und schon war Michel wieder beruhigt.

»Ei potztausend,« sagte er sich, »da haben sie mich zu Hause aber schön verladen. Wer sollte hier wohl das Gruseln lernen? Sind doch alle ganz gute Demokraten und Friedensfreunde! Haben sie nicht schon vor der Wahl fest versprochen, nie und nimmer Kriege zu führen, geschweige denn Kinder umzubringen?« Denn er glaubte ihren Sprüchen, den windigen. So dumm war Michel, daß ihm nicht einmal etwas aufgefallen war, als die Kanzlerin beim letzten Krieg dem Volk im Fernsehen erklärt hatte: »Wir führen keinen Krieg. Wir machen nur Friedenskampfeinsätze mit Waffen.«

Und so wollte sich Michel schon enttäuscht auf den Heimweg machen, da erscholl aus dem Mund von Gutsherr Guttenberg, des von ihm so verehrten Verteidigungsministers, wie leid es ihm täte für die Kollateralschäden in Afghanistan und wie schlimm die humanitären Katastrophen im Irak und sonstwo seien.

Und schließlich sprach ein forscher grauer Mann, Jung hieß er hieß er, denn Jung klingt besser als Alt aussehend, von Hartz 4 und streckte seine langen Finger nach den Sparbüchern der Kinder aus, denn er hatte ein Hartz für Kinder, schaute begehrlich auf die Wohnungen der Massenarbeitslosen und sprach von angemessenem zumutbarem Wohnraum, von der Lockerung des Kündigungsschutzes und den Billigjobs, die jedem zuzumuten seien, von Hire and Fire und der Senkung des Spitzensteuersatzes, von der Verlängerung der Arbeitszeit und von der Rente mit 71.

Auf der Zuschauertribüne der Schreckenskammer aber saßen die Unternehmer und Großaktionäre, freuten sich und schrieben Erpresserbriefe an ihre Mitarbeiter, in denen sie mit Abwanderung in Billiglohnländer drohten, wenn diese weiterhin törichterweise auf die Gewerkschaften und linke Betriebsräte hören würden.

Und da fiel es ihm wie Schuppen von der Glotze, und es lief ihm eiskalt über den Rücken:

»Ach, wie gruselt mir, wie gruselt mir!«, rief er aus.

Und damit hatte er auch völlig recht.

Fortan war Michel ein wachsamer Staatsbürger, und  ließ sich nicht mehr verscheißern.

Denn selbst er, der Dummbart, hatte jetzt einsehen müssen, woher der Wind wirklich wehte.

P.S.: Leider haben nur Märchen stets einen so positiven Schluß. Der wirkliche Michel hat das Gruseln noch immer nicht gelernt und glaubt der Bildzeitung bis an sein jähes Ende.

Nun, liebe Kinder, schlaft schön… weiter.

Und wenn ihr morgen aufwacht… wenn ihr morgen aufwacht, dann habt ihr aber verdammt viel Glück gehabt.

Doris Day darf zuhause träumen…

Doris Day, die Ehefrau und Mama, von der Rock Hudson, Edmund Stoiber, Gunter Gabriel und Millionen kleiner deutscher Spießbürger träumen, treu, etwas einfältig aber kompetent an Heim und Herd, darf zuhause bleiben.

Das demnächst eingeführte Familiengeld für Mamas, die ihr Kind nicht in den Kindergarten bringen, sondern zuhause mitdemselbigen glucken wollen und ihn von Denis und Kevin, den typischen Kids alleinerziehender Mütter fernhalten wollen, machts möglich.

Und  sollte sich unsere Doris Day einmal in die Unterstadt verirren, wird sie dort massenweise zwar nicht Denis und Kevin, sondern auf Ali, Dschihad und Serkan treffen. Denn nichts wird von einem bedeutend großen Teil der islamischen Familien mehr goutiert werden als die Familienfinanzierung dafür, daß die Alis und Serkans auch nicht in den Kindi müssen.

Was wiederum zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Man braucht weniger  Kita- und Krippen-Plätze als geplant (und nur widerwillig finanziert), und die Sprachförderung kostet mangels oben genannter Migrantenkinder auch viel weniger.

Im Grunde stellt sich die Frage, warum das Ganze nicht viel grundsätzlicher angegangen wird. Schließlich bleiben die islamisch erzogenen Mädels eh schon auch in der Schule dem Schwimm- und Turnunterricht fern, gehen eh nicht mit ins Schullandheim.

Also: Lasst die Kids generell zuhause, spart euch Betreuungs- und Integrationskosten und gebt den Migrantenfamilien Geld statt Bildung. ist billiger und sorgt an den Grund-und Hauptschulen für die lang ersehnte deutsche Harmonie.

Und die Doris Days?  Besser und Best- verdienende gelangweilte Hausfrauen sollten ihre Mädels im Sinne von „Babys auf Bestellung“ (Movie von 1958) per Home Education auf ihre künftige Rolle erziehen dürfen.  That makes sense, doesn’t it?

 



Schwarzgelb: Böcke zu Gärtnern gemacht

Ein Blick auf die Regierungsbank der schwarzgelben Orks, die in Berlin nun regieren, offenbart einen Trend, der  schon unter dem abgelaufenen Kabinett festzustellen war:ziege

Die Böcke  werden zu Gärtnern gemacht,

die Zicken köcheln ihre gen-ialen Brühen.

Frau Schavan darf weiterhin Monsantu und die Gen-Ethik in die Bildungspolitik einwerfen und in den Ethik-Unräten der Republik ihr Unwesen treiben. Christlich bewegt säuselt sie weiterhin von der Wichtigkeit der Genmanipulation in Feld und Wald und sucht ihr Rückrat, das sie bereits im schwäbischen Kultusministerium verloren hat.

Und statt Kindern aus allen Schichten einen Zugang zu Abi und Uni zu ermöglichen, erhalten die Arzt-Manager-Banker-Unternehmertöchter-und söhnlein ein Stipendium von 300 €. Die Elite elitärt sich selbst, während die Kinder der Arbeitnehmer und Hartzer auf der Haupt-und Realschulstrecke in die Bildungssackgasse getrieben werden.

Den Gipfel aber setzt die Merkel mit der Ernennung von Schäuble zum Finanzminister drauf:

Der Mann, der einen Koffer mit 100.000 € nicht findet, nicht erhalten hat oder schwarz verbucht hat (Kohl-Spendenaffaire) darf jetzt mit Milliarden € spielen.  Das ist eine Qualifikation, die sich wie das damalige Geldköfferlein gewaschen hat!

Dazu passt, daß das schwäbische Finanzgenie Öttinger die Republik als Komissar in Brüssel vertritt. Treten und vertreten war schon immer seine Sache, er hat noch kein Fettnäppfchen versäumt, um nicht in Dasselbe zu treten Einer seiner letzten Geniestreiche war es, den Bildungsplan BaWÜ für Vorschulkinder (wir wissen alle: Bildung ist SOOOO wichtig!) von verbindlich auf unverbindlich herabzustufen, weil kein Geld in seinem Haushalt für die Einführung desselben zu finden war.Vielleicht wird Öttinger dann in Brüssel fündig und findet das Geldköfferlein, daß der Schäuble irgendwo alzheimer-mäßig vergessen hat.

Qualifiziert wie sein Vorgänger, der für-immer-Jung, ist sein Nachfolger  Hadschi Halef Omar Leopold Wilhelm von-und- zu Guttenberg. Als Kriegsminister muß er eigentlich nur dafür sorgen, daß die Landesverteidigung global von der Antarktis (Flagge setzen nicht vergessen wegen den Ressourcen dort) bis Afghanistan mobil unterwegs ist, eine ständige  Nachfrage nach Tornados, Minenräumern und Zerstörern garantiert ist und der Rüstungshaushalt floriert. Denn da zu sparen würde die Existenz der Republik bedeuten, nicht wahr?  Nein, nicht wahr!

Die unbestrittene Qualität von Westerwelle als Außenminister ist seine Fähigkeit, Duz-Freundschaften zu Männern zu schließen. Wie geschehen neulich nachts, als der Guido endlich nach so vielen Jahren Horst zu Seehofer sagen durfte. Und ich freue mich für ihn, den Ober-Ork dieser Regierung, daß er demnächst Barak zu Obama und Nicolas zu  Sarkozy sagen darf.  Die ihm vertraute Ebene der Männerfreundschaften ist eine Schlüsselqualifikation für den Außenminister, den Guido der Nation. (Ich mache mir nur sorgen, ob er mit den vielen Vornamen des Guttenberg klarkommt).

Soziale Kälte zieht auf, sagen viele. Ich sehe das nicht so, vielmehr:

Die Böcke und Zicklein werden das Unkraut wachsen  lassen und die letzten zarten Pflänzlein der Demokratie, der Gleichberechtigung und der Menschlichkeit gehörig anknabbern.

Schatten über dem Haushalt

Die Steuersenkungen, auf die vor allem die FDP im schwarz/gelbenTigerentenclub zusteuert, werden also vorerst nicht aus dem Abbau im Sozialhaushalt finanziert, sondern schattiert in einen extra Haushalt ausgegliedert. –   Wir lernen daraus, daß es schwarze Kassen nicht nur in kleinen Vereinen oder bei mafiosen Banden gibt, sondern auch wenn nötig ganz oben im Staat.

Die Motive, das Ruder hin zu Schattenhaushalten und dubiosen Fonds (z.B. zur Rettung der Banken) hin zu steuern, sind dabei mehrfache:

Zum Einen müssen Westerwelle und Seehofer mit einem halbwegs blauen Auge aus ihren vollmundigen Versprechungen, das Volk weniger zu besteuern, davonkommen. Also wird entsteuert und die daraus entstehenden Mindereinnahmen mittels eines Taschenspielertricks aus dem Bundeshaushalt ausgegliedert.

Zum Anderen geht Sozialabbau grade nicht. Nicht nur das Bundesverfassungsgericht hat neuerdings ein Hartz für Kinder erkennen lassen, sondern die Landtagswahlen in NRW stehen im Frühjahr an. Und der dortige Steuermann Rüttgers hat keine Lust, sich sein Image und seine Wiederwahl durch weitere soziale Verarmungsprogramme verhageln zu lassen.

Also: Der Sozialabbau, der so sicher kommt wie Boris Becker die nächste Besenkammer findet, wird auf die Zeit nach der NRW-Wahl vertagt.

Dann kann der Schattenhaushalt wieder aus der Versenkung auftauchen und das untere Drittel unserer Gesellschaft steuert dann weiterhin der Verarmung zu. Zum Wählen gingen die Arbeitslosen in ihrer Mehrheit eh nicht, sondern zeigten durch Nichtabstimmen, was sie von den Tricks unserer Merkels und Westerwelles halten.

Der Steuermann der SPD scheint ja im Übrigen völlig in der Versenkung verschwunden zu sein. Opposition machen Künast und Gysi, die können Opposition auch. Der Steinmeier konnte nichts, kann nichts und steuert den Kahn weiterhin auf die 18% zu.  Immerhin ein Ziel, das Westerwelle ja mal zusammen mit Möllemann anstrebte.

Schlußendlich blicken nicht mal mehr Haushaltsexperten durch Schattenhaushalte,  Sonderposten und Reptilienfonds hindurch. Auch eine Art der Politik, nachhaltig dafür zu sorgen, daß Otto Normalverbraucher nie weiß, wieviel Schulden die Regierung grade anhäuft.

Quelle erschöpft

Das Versandhaus meiner Kindheit und Jugend macht dicht.

Das Versandhaus, das in der Vor-Ikea-Zeit unsere erste WG irgendwie mitgestaltete und schon immer so bieder dahquelleerkam, daß Ikea anschließend wie eine Befreiung wirkte.

Aber immerhin: Den Quelle-Kühlschrank konnte man in die nächste WG mitnehmen, während die Ikea-Billy-Regalwelt den Geist schon beim Abbau aufgab und es völlig unmöglich war, die Dinger ein zweites Mal zusammenzuschrauben. Insofern stand Quelle auch für eine gewisse Nachhaltigkeit.

Aber das Lifestyle-Puzzle meines WG-Shopping-Verhaltens und des anschließenden Lebens als Papa-Patchwork-Part mit mehreren Kindern, Katzen, Meerschweinchen und Hasen sowie Wellensittichen wich nicht nur zu Ikea ab, sondern auch zum legendären 2001-Verlag, der im Übrigen den Jump ins Internet ganz gut hingekriegt hat und – wen wunderts – recht schnell zu e-bay und amazon, zu cheap-flights mit ryanair und und und….

Alles entweder trendy oder internetbasiert oder beides. Die Kids haben da kräftig mitgeholfen, daß Mann auf der Höhe der Zeit blieb.

Und Otto-Neckermann-Quelle Kataloge gehören nun mal in die Zeit von Doris Day und Rock Hudson, der ja auch zu spät mitkriegte, daß es AIDS als neue moderne Zeitplage gab und gibt.

Vermutlich hat die Schickedanz keine Kinder und ihre Manager wissen über moderne Vertriebsformen so viel wie JohnMcEnroe über Manieren auf dem Tennisplatz.

Die guten alten Zeiten sind auf jeden Fall nicht Knall-auf-Fall zu Ende gegangen, sondern es war ein recht gemütlicher Übergang von den ersten Commodore- Rechnern über DOS hin zu Windows und der Internet-Dynamik.

Ich habs ganz gut hingekriegt. Und wenn mich nicht grad einer meiner studierenden Kinder zu Billy-Billig-Regalen bei Ikea treibt, sitze ich Sommers wie Winters gemütlich vor dem Screne und bestelle- aber nicht bei Quelle. (reimt sich rein zufällig)

Nein – die müssen wirklich geschlafen haben und Mitleid mit diesen Managern und der Schickedanz-Family ist fehl am Platz.

Schade nur, daß mal wieder tausende von Mitarbeitern die nächste Zeit (oder länger) kein Geld haben werden, um im Internet das moderne Shopping zu betreiben.

Und die Logik, den Opel-Autos über die Runden zu helfen und den Quelle-Menschen nicht, ist die höhere Logik einer Politik, die von Tag zu Tag unglaubwürdiger wird.

Vielleicht lassen sich ja bald  via e-bay bessere Politiker ersteigern.

Ran an die Buletten

„Einer Altenpflegerin wurde wegen Entwendung von 6 Maultaschen zu Recht fristlos gekündigt und eine Sekretärin nach 30-jähriger Tätigkeit wegen Vehrzehrs von 2 Buletten und 2 halben Semmeln entlassen.“1210_frikadelle

Liebe Arbeitgeber, Politiker und Richter,

ihr habt Existenzen vernichtet, Gesetze beschlossen und Recht gesprochen.

Es genügt demnach, klitzekleine Bagatellen zu verursachen, die weder stofflich (die Maultaschen wären im Müll gelandet) noch volkswirtschaftlich irgendeinen  Schaden angerichtet haben.

Ich vergaß – das Vertrauen in die Mitarbeiterinnen ist nachhaltig gestört. Auf die Idee, diese beiseite zu nehmen und ihnen zu sagen, daß man das künftig unterlassen solle, kamen die Chefs nicht. Was zum Ausdruck bringt, wie sprachlos und konfliktunfähig unsere Gesellschaft geworden ist.

Verhältnismäßig kaum zu erfassen geschweige denn zu vergleichen ist der Schaden, den Banker die letzten Jahre mit Milliarden-Gezocke an der Börse angerichtet haben. Oder Unternehmen wie Nokia, Carmann oder Karstadt-Quelle.

Das wären, um trotzdem mal einen Vergleich zu wagen, Billionen von Maultaschen und halben Semmeln und unfassbar riesige Kühlhäuser voll Buletten. Vermutlich könnte man die Weltbevölkerung damit eine Zeitlang ernähren, bis allen die Maultaschen zum Halse raushängen.

Da wurden zehntausende von Existenzen vernichtet.

Und es wurden keine Gesetze dagegen beschlossen und kein Recht gesprochen. Und das nachhaltig gestörte Vertrauen in Banker und Unternehmer wurde nicht geahndet, sondern im Regelfall mit üppigen Boni belohnt.

Wir lernen daraus, daß eine Maultasche zum Stolperstein wird, während die Abzocke an der Börse kein Stein des Anstoßes ist.

Wir lernen daraus, daß zwei halbe Semmeln das Ende für jemanden bedeuten können, aber das Versemmeln von Milliarden belohnt wird.

Wir lernen daraus, daß Frikadellen keine Bagatellen sind, aber das Vernichten von  Arbeitsplätzen  Peanuts sind.

Wir lernen schlußendlich daraus, daß man die Kleinen hängt uind die Großen laufen lässt. Was wir schon immer gewußt haben und nicht vergessen sollten.