Eine Gruselgeschichte

Und nun liebe Kinder, kommt Eure Stunde:

Von  einem der auszog, das

Gruseln zu lernenscream

In einer Stadt lebten einst zwei Brüder. Davon war der ältere gescheit und schlau und schickte sich nicht in alles, was die Regierung sagte. Galt es allerdings nützliche und wichtige Dinge zu tun, wie zu demonstrieren gegen den Sozialabbau oder etwa Unterschriften zu leisten gegen Kriege in aller Welt, Spenden zu sammeln für Kuba und Projekte in Nicaragua und gar sich zu weigern, allüberall seine Daten und alles über seine Persönlichkeit sammeln zu lassen, so musste der Ältere allemal dieses alleine ausrichten.

Hieß man ihn aber, auf den Friedhof, den Truppenübungsplatz, in die Kaserne oder an sonst einen schaurigen Ort zu gehen, so antwortete er wohl: »Ach nein, ich gehe nicht dahin, es gruselt mir!« Denn er befürchtete einiges. Oder wenn abends beim Feuer Geschichten erzählt wurden, wobei einem die Haut schauderte, von Ausländerhass und Naziterror oder auch von den Wahlergebnissen in Niederbayern oder Dresden, so erbleichte er wie die meisten anderen Zuhörer, und sie sprachen: »Ach, wie gruselt mir.«

Der jüngere aber – Michel hieß er – saß in der Ecke, hörte alles mit an und konnte es nicht begreifen:

»Wie macht ihr das nur,« fragte er die anderen, »daß es euch immer so schön gruselt?«

»Ei, das sollst du bald lernen,« antworteten diese und schickten ihn zu einer Parteiversammlung.

»Ei, von welcher Partei meint ihr denn,« fragte Michel? »Ach«, antworteten sie da, »geh nur zu einer der Parteien. Ob CSU oder Olivgrüne, das ist einerlei. Viel Unterschiede gibt es da längst nicht mehr.«

Michel aber, der ja ein Dummbart war, kam mit blitzenden Augen zurück und sprach: »Ihr seid mir rechte, pardon, ihr seid mir linke Lehrer, wollt mich das Gruseln lehren, und ich habe nur gelernt, wie das Totmachen so schön positiv ist.«

Und als er die zweifelnden Blicke der anderen sah, fügte er hastig hinzu: »Vorausgesetzt, man tut es für die Menschenrechte.«

Da sprachen die Leute um ihn  herum:

» Mit dem wird die Merkel einmal keine Last haben. «

Michel fand alles gut und hielt die Bundeswehr für eine Friedensbewegung, den Weltwährungsfond für eine Chance für die Armen der Welt, Herrn Obama für den Hüter der Freien Welt und Angela Merkels Frisur für das Allergeilste, das er je gesehen hatte. Und wenn Herr Ackermann auf 10% seines Gehaltes verzichtete und alle seine guten Manager mit, dann weinte Michel und machte sich Sorgen um die Zukunft derer Familien.

Und er freute sich sehr, wenn die Banker von Lehmann Brothers und der Hypo-Real-Estate-Bank einen saftigen Bonus einstrichen, denn schließlich hatten sie sich verzockt und brauchten dringend frisches Money.

Den Leuten aber gruselte es vor der Globalisierung und der Konzentration des Großkapitals und sie sprachen zu Michel: »Merkst Du nicht, wie die Welt sich in zwei Teile teilt, die reichen und die armen Leut’? «

Der ältere Bruder schüttelte besorgt den Kopf und sprach:

» Da hilft nur noch eine Reise nach Berlin zum Gruselkabinett von Angela Merkel und zur bayrischen Landesvertretung. «

Und so reiste Michel nach Berlin und da waren sie alle versammelt, die Merkel und der Seehofer, der Brüderle und der Rösler. Michel aber erstarrte vor Ehrfurcht und Bewunderung und das Gruseln wollte sich nicht so richtig einstellen, bis der Ältere ihn in die Schreckenskammer des Gruselkabinetts führte. Und da saßen sie nun, der Westerwelle und der Hadschi Halef Omar von und zu Guttenberg.

Michel wurde es nun doch etwas unbehaglich, denn da saß noch ein altes graues Männlein – Schäuble nannte es sich, weil das harmloser und niedlicher klang als Schäub -, das wollte unbedingt alle Bürger samt Fingerabdrücken, Kopfformen und Nasenprofilen in eine Kartei pressen.

Da kann einen das Gruseln schon ankommen.

Gerade in diesem Augenblick, als Michel schon die ersten Schauer den Rücken herunterlaufen spürte, begann Schäuble zu krächzen: »Der Datenschutz wurde sowieso schon lange übertrieben. Das Internet ist ein Netz in dem uns die die bösen Buben ins Netz gehen werden. Wir brauchen das doch alles für die Staatssicherheit – die Sicherheit des Staates meine ich natürlich.«

Und schon war Michel wieder beruhigt.

»Ei potztausend,« sagte er sich, »da haben sie mich zu Hause aber schön verladen. Wer sollte hier wohl das Gruseln lernen? Sind doch alle ganz gute Demokraten und Friedensfreunde! Haben sie nicht schon vor der Wahl fest versprochen, nie und nimmer Kriege zu führen, geschweige denn Kinder umzubringen?« Denn er glaubte ihren Sprüchen, den windigen. So dumm war Michel, daß ihm nicht einmal etwas aufgefallen war, als die Kanzlerin beim letzten Krieg dem Volk im Fernsehen erklärt hatte: »Wir führen keinen Krieg. Wir machen nur Friedenskampfeinsätze mit Waffen.«

Und so wollte sich Michel schon enttäuscht auf den Heimweg machen, da erscholl aus dem Mund von Gutsherr Guttenberg, des von ihm so verehrten Verteidigungsministers, wie leid es ihm täte für die Kollateralschäden in Afghanistan und wie schlimm die humanitären Katastrophen im Irak und sonstwo seien.

Und schließlich sprach ein forscher grauer Mann, Jung hieß er hieß er, denn Jung klingt besser als Alt aussehend, von Hartz 4 und streckte seine langen Finger nach den Sparbüchern der Kinder aus, denn er hatte ein Hartz für Kinder, schaute begehrlich auf die Wohnungen der Massenarbeitslosen und sprach von angemessenem zumutbarem Wohnraum, von der Lockerung des Kündigungsschutzes und den Billigjobs, die jedem zuzumuten seien, von Hire and Fire und der Senkung des Spitzensteuersatzes, von der Verlängerung der Arbeitszeit und von der Rente mit 71.

Auf der Zuschauertribüne der Schreckenskammer aber saßen die Unternehmer und Großaktionäre, freuten sich und schrieben Erpresserbriefe an ihre Mitarbeiter, in denen sie mit Abwanderung in Billiglohnländer drohten, wenn diese weiterhin törichterweise auf die Gewerkschaften und linke Betriebsräte hören würden.

Und da fiel es ihm wie Schuppen von der Glotze, und es lief ihm eiskalt über den Rücken:

»Ach, wie gruselt mir, wie gruselt mir!«, rief er aus.

Und damit hatte er auch völlig recht.

Fortan war Michel ein wachsamer Staatsbürger, und  ließ sich nicht mehr verscheißern.

Denn selbst er, der Dummbart, hatte jetzt einsehen müssen, woher der Wind wirklich wehte.

P.S.: Leider haben nur Märchen stets einen so positiven Schluß. Der wirkliche Michel hat das Gruseln noch immer nicht gelernt und glaubt der Bildzeitung bis an sein jähes Ende.

Nun, liebe Kinder, schlaft schön… weiter.

Und wenn ihr morgen aufwacht… wenn ihr morgen aufwacht, dann habt ihr aber verdammt viel Glück gehabt.

Doris Day darf zuhause träumen…

Doris Day, die Ehefrau und Mama, von der Rock Hudson, Edmund Stoiber, Gunter Gabriel und Millionen kleiner deutscher Spießbürger träumen, treu, etwas einfältig aber kompetent an Heim und Herd, darf zuhause bleiben.

Das demnächst eingeführte Familiengeld für Mamas, die ihr Kind nicht in den Kindergarten bringen, sondern zuhause mitdemselbigen glucken wollen und ihn von Denis und Kevin, den typischen Kids alleinerziehender Mütter fernhalten wollen, machts möglich.

Und  sollte sich unsere Doris Day einmal in die Unterstadt verirren, wird sie dort massenweise zwar nicht Denis und Kevin, sondern auf Ali, Dschihad und Serkan treffen. Denn nichts wird von einem bedeutend großen Teil der islamischen Familien mehr goutiert werden als die Familienfinanzierung dafür, daß die Alis und Serkans auch nicht in den Kindi müssen.

Was wiederum zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Man braucht weniger  Kita- und Krippen-Plätze als geplant (und nur widerwillig finanziert), und die Sprachförderung kostet mangels oben genannter Migrantenkinder auch viel weniger.

Im Grunde stellt sich die Frage, warum das Ganze nicht viel grundsätzlicher angegangen wird. Schließlich bleiben die islamisch erzogenen Mädels eh schon auch in der Schule dem Schwimm- und Turnunterricht fern, gehen eh nicht mit ins Schullandheim.

Also: Lasst die Kids generell zuhause, spart euch Betreuungs- und Integrationskosten und gebt den Migrantenfamilien Geld statt Bildung. ist billiger und sorgt an den Grund-und Hauptschulen für die lang ersehnte deutsche Harmonie.

Und die Doris Days?  Besser und Best- verdienende gelangweilte Hausfrauen sollten ihre Mädels im Sinne von „Babys auf Bestellung“ (Movie von 1958) per Home Education auf ihre künftige Rolle erziehen dürfen.  That makes sense, doesn’t it?

 



Schwarzgelb: Böcke zu Gärtnern gemacht

Ein Blick auf die Regierungsbank der schwarzgelben Orks, die in Berlin nun regieren, offenbart einen Trend, der  schon unter dem abgelaufenen Kabinett festzustellen war:ziege

Die Böcke  werden zu Gärtnern gemacht,

die Zicken köcheln ihre gen-ialen Brühen.

Frau Schavan darf weiterhin Monsantu und die Gen-Ethik in die Bildungspolitik einwerfen und in den Ethik-Unräten der Republik ihr Unwesen treiben. Christlich bewegt säuselt sie weiterhin von der Wichtigkeit der Genmanipulation in Feld und Wald und sucht ihr Rückrat, das sie bereits im schwäbischen Kultusministerium verloren hat.

Und statt Kindern aus allen Schichten einen Zugang zu Abi und Uni zu ermöglichen, erhalten die Arzt-Manager-Banker-Unternehmertöchter-und söhnlein ein Stipendium von 300 €. Die Elite elitärt sich selbst, während die Kinder der Arbeitnehmer und Hartzer auf der Haupt-und Realschulstrecke in die Bildungssackgasse getrieben werden.

Den Gipfel aber setzt die Merkel mit der Ernennung von Schäuble zum Finanzminister drauf:

Der Mann, der einen Koffer mit 100.000 € nicht findet, nicht erhalten hat oder schwarz verbucht hat (Kohl-Spendenaffaire) darf jetzt mit Milliarden € spielen.  Das ist eine Qualifikation, die sich wie das damalige Geldköfferlein gewaschen hat!

Dazu passt, daß das schwäbische Finanzgenie Öttinger die Republik als Komissar in Brüssel vertritt. Treten und vertreten war schon immer seine Sache, er hat noch kein Fettnäppfchen versäumt, um nicht in Dasselbe zu treten Einer seiner letzten Geniestreiche war es, den Bildungsplan BaWÜ für Vorschulkinder (wir wissen alle: Bildung ist SOOOO wichtig!) von verbindlich auf unverbindlich herabzustufen, weil kein Geld in seinem Haushalt für die Einführung desselben zu finden war.Vielleicht wird Öttinger dann in Brüssel fündig und findet das Geldköfferlein, daß der Schäuble irgendwo alzheimer-mäßig vergessen hat.

Qualifiziert wie sein Vorgänger, der für-immer-Jung, ist sein Nachfolger  Hadschi Halef Omar Leopold Wilhelm von-und- zu Guttenberg. Als Kriegsminister muß er eigentlich nur dafür sorgen, daß die Landesverteidigung global von der Antarktis (Flagge setzen nicht vergessen wegen den Ressourcen dort) bis Afghanistan mobil unterwegs ist, eine ständige  Nachfrage nach Tornados, Minenräumern und Zerstörern garantiert ist und der Rüstungshaushalt floriert. Denn da zu sparen würde die Existenz der Republik bedeuten, nicht wahr?  Nein, nicht wahr!

Die unbestrittene Qualität von Westerwelle als Außenminister ist seine Fähigkeit, Duz-Freundschaften zu Männern zu schließen. Wie geschehen neulich nachts, als der Guido endlich nach so vielen Jahren Horst zu Seehofer sagen durfte. Und ich freue mich für ihn, den Ober-Ork dieser Regierung, daß er demnächst Barak zu Obama und Nicolas zu  Sarkozy sagen darf.  Die ihm vertraute Ebene der Männerfreundschaften ist eine Schlüsselqualifikation für den Außenminister, den Guido der Nation. (Ich mache mir nur sorgen, ob er mit den vielen Vornamen des Guttenberg klarkommt).

Soziale Kälte zieht auf, sagen viele. Ich sehe das nicht so, vielmehr:

Die Böcke und Zicklein werden das Unkraut wachsen  lassen und die letzten zarten Pflänzlein der Demokratie, der Gleichberechtigung und der Menschlichkeit gehörig anknabbern.

Schatten über dem Haushalt

Die Steuersenkungen, auf die vor allem die FDP im schwarz/gelbenTigerentenclub zusteuert, werden also vorerst nicht aus dem Abbau im Sozialhaushalt finanziert, sondern schattiert in einen extra Haushalt ausgegliedert. –   Wir lernen daraus, daß es schwarze Kassen nicht nur in kleinen Vereinen oder bei mafiosen Banden gibt, sondern auch wenn nötig ganz oben im Staat.

Die Motive, das Ruder hin zu Schattenhaushalten und dubiosen Fonds (z.B. zur Rettung der Banken) hin zu steuern, sind dabei mehrfache:

Zum Einen müssen Westerwelle und Seehofer mit einem halbwegs blauen Auge aus ihren vollmundigen Versprechungen, das Volk weniger zu besteuern, davonkommen. Also wird entsteuert und die daraus entstehenden Mindereinnahmen mittels eines Taschenspielertricks aus dem Bundeshaushalt ausgegliedert.

Zum Anderen geht Sozialabbau grade nicht. Nicht nur das Bundesverfassungsgericht hat neuerdings ein Hartz für Kinder erkennen lassen, sondern die Landtagswahlen in NRW stehen im Frühjahr an. Und der dortige Steuermann Rüttgers hat keine Lust, sich sein Image und seine Wiederwahl durch weitere soziale Verarmungsprogramme verhageln zu lassen.

Also: Der Sozialabbau, der so sicher kommt wie Boris Becker die nächste Besenkammer findet, wird auf die Zeit nach der NRW-Wahl vertagt.

Dann kann der Schattenhaushalt wieder aus der Versenkung auftauchen und das untere Drittel unserer Gesellschaft steuert dann weiterhin der Verarmung zu. Zum Wählen gingen die Arbeitslosen in ihrer Mehrheit eh nicht, sondern zeigten durch Nichtabstimmen, was sie von den Tricks unserer Merkels und Westerwelles halten.

Der Steuermann der SPD scheint ja im Übrigen völlig in der Versenkung verschwunden zu sein. Opposition machen Künast und Gysi, die können Opposition auch. Der Steinmeier konnte nichts, kann nichts und steuert den Kahn weiterhin auf die 18% zu.  Immerhin ein Ziel, das Westerwelle ja mal zusammen mit Möllemann anstrebte.

Schlußendlich blicken nicht mal mehr Haushaltsexperten durch Schattenhaushalte,  Sonderposten und Reptilienfonds hindurch. Auch eine Art der Politik, nachhaltig dafür zu sorgen, daß Otto Normalverbraucher nie weiß, wieviel Schulden die Regierung grade anhäuft.

Quelle erschöpft

Das Versandhaus meiner Kindheit und Jugend macht dicht.

Das Versandhaus, das in der Vor-Ikea-Zeit unsere erste WG irgendwie mitgestaltete und schon immer so bieder dahquelleerkam, daß Ikea anschließend wie eine Befreiung wirkte.

Aber immerhin: Den Quelle-Kühlschrank konnte man in die nächste WG mitnehmen, während die Ikea-Billy-Regalwelt den Geist schon beim Abbau aufgab und es völlig unmöglich war, die Dinger ein zweites Mal zusammenzuschrauben. Insofern stand Quelle auch für eine gewisse Nachhaltigkeit.

Aber das Lifestyle-Puzzle meines WG-Shopping-Verhaltens und des anschließenden Lebens als Papa-Patchwork-Part mit mehreren Kindern, Katzen, Meerschweinchen und Hasen sowie Wellensittichen wich nicht nur zu Ikea ab, sondern auch zum legendären 2001-Verlag, der im Übrigen den Jump ins Internet ganz gut hingekriegt hat und – wen wunderts – recht schnell zu e-bay und amazon, zu cheap-flights mit ryanair und und und….

Alles entweder trendy oder internetbasiert oder beides. Die Kids haben da kräftig mitgeholfen, daß Mann auf der Höhe der Zeit blieb.

Und Otto-Neckermann-Quelle Kataloge gehören nun mal in die Zeit von Doris Day und Rock Hudson, der ja auch zu spät mitkriegte, daß es AIDS als neue moderne Zeitplage gab und gibt.

Vermutlich hat die Schickedanz keine Kinder und ihre Manager wissen über moderne Vertriebsformen so viel wie JohnMcEnroe über Manieren auf dem Tennisplatz.

Die guten alten Zeiten sind auf jeden Fall nicht Knall-auf-Fall zu Ende gegangen, sondern es war ein recht gemütlicher Übergang von den ersten Commodore- Rechnern über DOS hin zu Windows und der Internet-Dynamik.

Ich habs ganz gut hingekriegt. Und wenn mich nicht grad einer meiner studierenden Kinder zu Billy-Billig-Regalen bei Ikea treibt, sitze ich Sommers wie Winters gemütlich vor dem Screne und bestelle- aber nicht bei Quelle. (reimt sich rein zufällig)

Nein – die müssen wirklich geschlafen haben und Mitleid mit diesen Managern und der Schickedanz-Family ist fehl am Platz.

Schade nur, daß mal wieder tausende von Mitarbeitern die nächste Zeit (oder länger) kein Geld haben werden, um im Internet das moderne Shopping zu betreiben.

Und die Logik, den Opel-Autos über die Runden zu helfen und den Quelle-Menschen nicht, ist die höhere Logik einer Politik, die von Tag zu Tag unglaubwürdiger wird.

Vielleicht lassen sich ja bald  via e-bay bessere Politiker ersteigern.

Ran an die Buletten

„Einer Altenpflegerin wurde wegen Entwendung von 6 Maultaschen zu Recht fristlos gekündigt und eine Sekretärin nach 30-jähriger Tätigkeit wegen Vehrzehrs von 2 Buletten und 2 halben Semmeln entlassen.“1210_frikadelle

Liebe Arbeitgeber, Politiker und Richter,

ihr habt Existenzen vernichtet, Gesetze beschlossen und Recht gesprochen.

Es genügt demnach, klitzekleine Bagatellen zu verursachen, die weder stofflich (die Maultaschen wären im Müll gelandet) noch volkswirtschaftlich irgendeinen  Schaden angerichtet haben.

Ich vergaß – das Vertrauen in die Mitarbeiterinnen ist nachhaltig gestört. Auf die Idee, diese beiseite zu nehmen und ihnen zu sagen, daß man das künftig unterlassen solle, kamen die Chefs nicht. Was zum Ausdruck bringt, wie sprachlos und konfliktunfähig unsere Gesellschaft geworden ist.

Verhältnismäßig kaum zu erfassen geschweige denn zu vergleichen ist der Schaden, den Banker die letzten Jahre mit Milliarden-Gezocke an der Börse angerichtet haben. Oder Unternehmen wie Nokia, Carmann oder Karstadt-Quelle.

Das wären, um trotzdem mal einen Vergleich zu wagen, Billionen von Maultaschen und halben Semmeln und unfassbar riesige Kühlhäuser voll Buletten. Vermutlich könnte man die Weltbevölkerung damit eine Zeitlang ernähren, bis allen die Maultaschen zum Halse raushängen.

Da wurden zehntausende von Existenzen vernichtet.

Und es wurden keine Gesetze dagegen beschlossen und kein Recht gesprochen. Und das nachhaltig gestörte Vertrauen in Banker und Unternehmer wurde nicht geahndet, sondern im Regelfall mit üppigen Boni belohnt.

Wir lernen daraus, daß eine Maultasche zum Stolperstein wird, während die Abzocke an der Börse kein Stein des Anstoßes ist.

Wir lernen daraus, daß zwei halbe Semmeln das Ende für jemanden bedeuten können, aber das Versemmeln von Milliarden belohnt wird.

Wir lernen daraus, daß Frikadellen keine Bagatellen sind, aber das Vernichten von  Arbeitsplätzen  Peanuts sind.

Wir lernen schlußendlich daraus, daß man die Kleinen hängt uind die Großen laufen lässt. Was wir schon immer gewußt haben und nicht vergessen sollten.

Frieden-am-en.de

Stockholm.  Der Friedensnobelpreis geht an den USA-Präsidenten Obama.

Laut  Nobelpreiskomitee gab es keine Alternative zu Barack Obama.

Verzweifelt habe man das ganze Jahr über nach dem Frieden in der Welt gesucht, aber nirgends einen gefunden.

Obwohl man das Internet von Wikipedia bis frieden-am-en.de durchgescannt habe und Späher und Botschafter über die ganze reale Welt unterwegs waren, konnten keine echten Friedensbemühungen gefunden werden. Auch fanden sich weder Männer und Frauen, die glaubhaft für den Weltfrieden eingetreten seien.

Vielmehr hätten sich Hinrichtungen , vor allem in den USA ,im Iran und China nahezu verdoppelt.

Im Tschetenien, Nordkorea, Honduras, Pakistan, Afghanistan, Sri Lanka und quer über Afrika sei der Frieden nicht gefunden worden.

Auch in den Vorstädten von Paris bis zu den Bordellen im Kosovo hätten sich Ausbeutung und Hass, sexueller Mißbrauch und Gewalt häuslich eingerichtet.

Kindesmißbrauch durch deutsche Firmen in Billiglohnländern und globaler Rassismus seien an der Tagesordnung.

Wie das Komitee weiterhin mitteilte, habe man außer dem Yes- we-can- Präsidenten niemanden gefunden, der eine Friedensvision habe.

Auch wenn dieser weiterhin morgends für den Frieden einträte und nachmittags mit seinen Generälen die Kriegseinsätze im Irak und Afghanistan plane, so sei das doch besser als nichts.

Oder?

Der arme Herr Sarrazin

„Ich muss niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert.“

Sagt Thilo Sarrazin.  Und wetten, daß etwa 85% aller Deutschen so denken? -

- Offen denken , heimlich oder gar mit klamheimlicher Freude?

Denken wir mal darüber nach, bevor wir das Gleiche denken.

Nehmen wir mal an, Thilo Sarrazin wäre nicht Politiker, sondern einer jener Opelmitarbeiter, und aufgrund des gigantischen Deals, dessen sich die Bundesregierung und Herr Guttenberg rühmen, eines der mehreren tausend Opfer und Jobverlierer.

Dann würde er nach kurzer Zeit dem Verarmungsprogramm zum Opfer fallen, daß sich ALG II oder Hartz4 nennt.  Und er müsste sein klein Häuschen dem Staat überlassen und sein Sparbuch zum großen Teil. Und dann mit seiner Familie von ein paar hundert Euro leben, die zum Einkaufen bei Aldi und Lidl grad mal so ausreichen.

Und dann hört er von einem wohlsituierten  Politiker, daß man ihn nicht anerkennen könne, weil er vom Staat lebt.

Nehmen wir weiterhin an, Herr Sarrazin möchte seine Kinder aufs Gymnasium schicken und später studieren lassen. Bereits in der Grundschule hat er (obwohl er kein Geld hat) für Bücher und Lernmaterialien zu sorgen, muss extra Kopierpauschalen zahlen und seine Kinder können sich keine Markenklamotten leisten. Ins Schullandheim und auf Studienfahrt können sie auch nicht mit, ist zu teuer. Und die mittlerweile übliche Nachhilfe, die Mittelstandskinder bekommen, um das 12-jährige Turbo-Abitur zu machen, ist auch nicht zu stemmen.  Später scheitert das Studium an vierstelligen Gebühren pro Jahr.

Und dann hört er von einem wohlsituierten Politiker, daß er nicht vernünftig für die Ausbildung seiner Kinder sorgt.

Nehmen wir schließlich an, Herr Sarrazin wird über all dies Unglück gläubig und schickt seine Töchter in den katholischen Reli-Unterricht und diese  gingen dann ins Kloster. (Dies passiert hier im Übrigen seit Christi Geburt in unterschiedlicher Intensität)

Und dann hört er von einem wohlsituierten Politiker, daß er ständig neue Kopftuchmädchen produziert.

Tja, der Herr Sarrazin hätte da dann irgendwann -so ist zu vermuten – genug und würde (vielleicht vertsändlicherweise) diesen Staat und seine Politiker ablehnen.

Ich könnte es verstehen.  Und wer ist an dem ganzen Schlamassel schuld?

Denken Sie mal drüber nach!

Obama nicht olympiareif

Die Abfuhr, die Barack Obama bei der Vergabe der olympischen Spiele 2016 erhalten hat, ist eine mehrfache:

Zum Einen ist der Weltöffentlichkeit nicht entgangen, daß das gebetsmühlenartige „Yäss wie cän“ bisher ohne sichtbare Folgen geblieben ist. Nun wird niemand erwarten, daß innerhalb eines Jahres die Welt wirklich besser wird, aber Tatsache ist, daß die USA diesen Monat einen neuen Höchststand an Arbeitslosen erreicht haben und die Banker weiterhin  worldwide ihre Boni einstreichen.

Tatsache ist auch, daß die Gesundheitsreform, die jedem Amerikaner eine Krankenversicherung garantieren sollte, bereits so verwässert ist, daß  die Bürgerbewegungen, die Obama mit hohem Engagement mit ins Amt gebracht haben, ein Scheitern befürchten.

Und Tatsache ist, daß der Klimawechsel in der Klimapolitik fast genauso lau und schwammig wie unter George Dabblju daherkommt. Die USA haben bis heute keine verbindlichen Zusagen zur CO2 Reduzierung gemacht.

Letztendlich geht der Krieg in Afghanistan unvermindert weiter und beschert den USA wohl ein zweites Vietnam. Der Opiumhandel blüht und die Warlords herrschen schier unbeschränkt über ihre Gebiete.

Zum Anderen ist die Entscheidung für Rio de Janeiro eine Entscheidung für den Teil der Welt, der jahrzehntelang der Hinterhof der USA war, ohne Rechte, ausgebeutet und bei Bedarf wurde mit Hilfe der CIA geputscht. In Südamerika bedeutet 11.September vor Allem der blutige Putsch in Chile 1973. Man kann getrost von einer außenpolitschen Ohrfeige für die USA und ihren Change-Präsidenten sprechen.

Daß Chicago auch die Heimatstadt Obamas ist, sei nur am Rande erwähnt.  Insgesamt scheinen Teile der Welt weder George W. Bush vergessen zu haben, noch dem Wechsel-Mantra seines Nachfolgers zu glauben.

Wir sind auf jeden Fall gut beraten, zwar ein neues durchaus sympathisches Gesicht an der Spitze der USA zu sehen, ihm aber auch weiterhin auf die Finger zu schauen. Da ist noch lang nicht alles olympisches Gold, was da in Washington glänzt.

SPD und der Grand Canyon

Zwischen dem Anspruch, die Basis mitentscheiden zu lassen und der abgehobenen SPD-Looser-Elite in Berlin klafft nach wie vor ein riesiges Loch… quasi ein Grand Canyon. In diesem Fall sitzen die Spitzengenossen weit unten im Tal, mitten im reißenden Wasser während die Basis in dieses riesige Loch hinabblickt, das die selbsternannten Hüter des Sozialen in die Tiefe gerissen hat.

Und da streiten sie sich weiter, der oberste Looser erklärt sich quasi im Handstreich zum Oppositionsführer (nur nebenbei: Künast und Gysi können das um Längen besser) und schrödert leise vor sich hin, daß Hartz vier und die hohe Mehrwertsteuer und das Rentenalter mit 67  ja schon richtig sind und immer richtig waren…

Haben die da unten am Boden ihres SPD-Grand-Canyon immer noch nicht geschnallt, warum sie (fast) niemand mehr wählen mag?

Aus dem Loch heraus kommt die SPD nur, wenn sie mittels vieler Regionalkonferenzen ihre (noch vorhandene) Basis befragt. Und mal wieder hinhört, was die Leute so denken und wo ihnen der Schuh drückt.  Das aber geht nicht mit den Steinmeiers und Steuerbrücks, nicht mit den Müntes und Ferings und wie die da alle heißen.  Das geht nur mit einem radikalen Umdenken.

Schließlich – auch die einfachen Antworten, die jetzt vermutlich auch die Westermerkels ausgeben und die auf Einschnitte ins soziale, eh schon durchgelöcherte Netz hinasulaufen, sollten weder Sozis noch Linke und Grüne weiterhin akzeptieren. Raus aus der Rüstungsspirale und hin zu Bildung für alle, zur Grundsicherung und einer Krankenversicherung, die dieses Wort auch verdient, das ist der Weg, den die Genossen in der Nach-Münte- und Nach-Steinmeier Zeit einschlagen sollten, um wieder glaubwürdig zu werden. Und zur Rückgewinnung der Glaubwürdigkeit wird es Jahre brauchen.